Grundsätze der Achtsamkeit
- Nicht-Urteilen
- Geduld
- Beginners Mind - Anfängergeist
- Vertrauen
- Nicht-Erzwingen
- Akzeptanz
- Loslassen
Historisch wurden Achtsamkeitsübungen in der Praxis der buddhistischen Meditation entwickelt.
Mangelnde Achtsamkeit schafft Raum für Grübelei und Verdrängung unliebsamer Erfahrungen. Grübeln fördert oft übermäßige Verallgemeinerungen aus biographischen Erfahrungen und stört die Justierung des Vorgehens bei Herausforderungen.
Wir alle haben einen sog. inneren Autopiloten dessen Stärke es ist, automatisierte und vorgefertigte Verarbeitungs- und Reaktionsmustern zu begünstigen, d.h. Handlungen - verbunden mit Gefühlen - quasi automatisch ablaufen zu lassen. In sog. Standardsituationen des Lebens sind diese innerlich vorgefertigten Prozessabläufe wichtig und hilfreich.
Die große Schwäche dieses inneren Autopiloten tritt jedoch dann zutage, wenn Abweichungen vom programmierten Standard auftauchen und flexibles und situativ angemessenes - und damit ggf. völlig neues - Handeln erforderlich ist ... .
Der Weg hin zur Freiheit der inneren Wahlmöglichkeit führt über die sog. Individuation, d.h. einem lebenslangen Prozess der Selbstwerdung und Persönlichkeitsentwicklung. Ziel ist es, das „Selbst“ zu verwirklichen – jene innere Einheit, die bewusste und unbewusste Anteile miteinander verbindet und uns dadurch innerlich befreit und befriedet.
Achtsamkeit hilft dabei, bewusster zu reagieren und den momentanen Augenblick klar wahrzunehmen. Sie durchbricht den Autopiloten des Denkens und Handelns und eröffnet uns damit Wahlmöglichkeit (über unser Leben...).
Nicht-Urteilen: Unbewusst beurteilen wir Menschen, Dinge und Ereignisse ständig als gut, schlecht oder neutral. Achtsamkeit ist das Gegenteil solcher Abläufe. Sie erkennt bewertende Gedanken und ersetzt sie durch neutrale Beobachtung, so, wie wir das sanfte Plätschern eines Baches betrachten.
Geduld: Die alten buddhistischen Texte definieren Geduld nicht als das Gegenteil von Ungeduld, sondern - für uns vielleicht überraschend - als Gegenteil des Zorns. Geduld bedeutet, in schwierigen Situationen innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu bewahren, ohne Zorn darüber, dass Dinge nicht so sind, wie wir sie gerne hätten.
Anfängergeist – Neugierige Aufmerksamkeit: Die Geisteshaltung des Anfängers meint eine besondere Art der Vorurteilsfreiheit, vergleichbar mit der Neugier eines Kindes, das viele Dinge zum ersten Mal erlebt und staunend zur Kenntnis nimmt.
Vertrauen ist erlerntes Verhalten.
Vertrauen ist die Überzeugung, dass man sich auf jemanden, auf sich selbst (Selbstvertrauen) oder auf etwas verlassen kann.
Nicht-Erzwingen, entspricht der „Lebenskunst“ im Alltag: Weder in einem Hamsterrad von immer neuen Wünschen und Forderungen gefangen, durch das Leben hastend, noch mit „So ist es halt“, auf die bewusste Gestaltung des Lebens zu verzichten. Die dazu notwendigen „Ich“-Funktion erfordert Kreativität um immer und immer wieder neu zu finden.
Akzeptanz bedeutet, Dinge, Personen oder Ereignisse so anzunehmen, wie sie sind, selbst wenn sie nicht unseren Wünschen und Erwartungen entsprechen ohne dies jedoch als Niederlage zu werten.
Loslassen: Gerade in schwierigen Zeiten sind Sorgen und Ängste ständige Begleiter für viele von uns. Wir wären sie zu gern los, haben aber das Gefühl, sie haben uns fest im Griff. Dabei ist es in Wirklichkeit anders herum – wir sind es, die nicht loslassen und uns in Zwänge verstricken.